Atomabsorptionsspektrometrie aus Jena

Bereits 1792 beobachtete Pierre Bouger das Phänomen der Lichtabsorption. 1860 erklärten Kirchoff und Bunsen die Fraunhoferschen Linien als Atomabsorption. Aber es dauerte bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, bis die Atomabsorptionsspektroskopie (AAS) als optische Analysenmethode angedacht und entwickelt wurde.

1952 zeigte Alan Walsh, dass man das Prinzip der Atomabsorption auch praktisch umsetzen kann. 1955 veröffentlichten Walsh, Alkemade und Milatz dann unabhängig voneinander Ergebnisse, in denen sie die AAS als quantitative Analysenmethode vorschlugen. Unermüdlich gegen Widerstand und Desinteresse kämpfend, gelang es Walsh die theoretischen Grundlagen, die praktische Anwendung und die apparativen Prinzipien zu erarbeiten und in Einklang zu bringen.

Prototyp AAS 1 –
Erstes Carl-Zeiss Messinstrument, mit welchem AAS als quantitative Analysenmethode möglich wurde

In Jena wurde die AAS-Idee von Carl Zeiss Jena aufgegriffen. Der  Laboraufbau von 1961 zeigt die erste arbeitsfähige Jenaer Zeiss-Interpretation des AAS-Gedankens. Damit waren flammenphotometrische Analysen von 30 Elementen in Emission und Absorption mit den Brenngasen Acetylen und Propan im mg/l Bereich möglich. Für die Prä-PC-Zeit typisch war die manuelle Parametereingabe, Kalibrationskurvenerstellung, Auslesen und Ermittlung des Konzentrationswertes. Eine Erweiterung der Analysenpalette auf über 60 Elemente des Periodensystems, was durch die deutlich heißere Lachgas-Flamme möglich wurde, bot das Nachfolgesystem AAS 1 N.

Das Tor zum Computerzeitalter stieß die nächste Gerätegeneration AAS 3 1982 auf. Neu waren neben den Annehmlichkeiten eines Rechners bei der Gerätesteuerung und Datenauswertung die Hydridtrechnik und die elektrothermische Anregung im Graphitrohr-Ofen. Zusammen mit der Deuterium-Untergrundkompensation wurde so der Ultraspurenbereich zugänglich. Über 2500 Geräte diesen Typs verließen das Jenaer Werk und viele von ihnen laufen, laufen und laufen.......

Nach dem ersten PC-gesteuerten AAS 4 (1989), (Softkey, Kochbuch, Temperaturrekalibrierung) wurde bei Carl Zeiss Jena mit der Einführung der Gerätefamilie AAS 5 der größte Entwicklungsschritt vollzogen. Ein Beispiel für die neue Qualität ist die transversale Heizung des Graphitofens, eine der wohl für die AAS wichtigsten Entdeckungen.

Im Dezember 1995 übernimmt Analytik Jena von Carl Zeiss den Bereich Analysenmesstechnik mit Produktion, Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Service und führt so die Jenaer Traditionslinie fort.